Die perfekte Vorbereitung für deine Studioaufnahme - Teil 2 / 2

So bereitest du dich perfekt auf deine Studioaufnahme vor:

 

 

Endlich ist es soweit – nach unzähligen Stunden im Proberaum oder beim Üben zuhause steht deine erste Aufnahme in einem professionellen Tonstudio an.

Doch was solltest du beachten, damit am Ende das bestmögliche Ergebnis den Weg "auf die Platte" findet?

Was solltest du beherzigen, um die knappe Zeit im Studio optimal auszunutzen?

 

 

Wir haben für euch 5 wichtige Punkte zusammen gestellt, an denen ihr euch vor der ersten Studioaufnahme orientieren könnt.

 

Hier kommen die Tipps 4 & 5, zum ersten Teil geht es hier lang

 

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4. Instrumente, Kabel, Stimmbänder

 

Der dritte Punkt betracht ein oftmals unterschätztes und nicht bedachtes Thema: das Equipment.

 

Instrumentenpflege ist selbstverständlich ein dauerhaftes Thema, und die meisten Musiker, die ihr hart verdientes Geld für hochwertiges Equipment ausgeben werden dies wohl auch beherzigen. Allerdings gibt es auch hier einige Kleinigkeiten zu beachten, um ohne Komplikationen im Tonstudio loszulegen.

 

Zur besseren Übersicht haben wir im folgenden Abschnitt mal einige Instrumente bzw. Instrumentengruppen herausgestellt:

 

  • Gitarre / Bass:

    Die Vertreter der Zupfinstrumente haben zur Vorbereitung an einiges zu denken. So solltet ihr beachten, dass neue Saiten mindestens 5-10 Tage vor dem Studiotermin aufgezogen werden müssen. Die Intonation wird besser gehalten und der Toningenieur ist glücklich :-) Leider immer wieder ein leidiges Thema: Kabel! Stellt früh genug sicher, dass all eure benötigten Kabel vorhanden und einsatzfähig sind. Die Zeit verfliegt, wenn man damit beschäftigt ist das beschädigte Kabel zwischen 13 Effektgeräten, Verstärker, DI-Box usw. zu finden. Wenn das alles klappt, kann es eigentlich nur noch an einem scheitern, nämlich an einer passenden Batterie. Wer sich jetzt fragt wofür diese benötigt wird, braucht an dieser Stelle nicht weiterzulesen, denn das betrifft nur die Musiker mit aktiven Instrumenten, welche eine Spannungsversorgung mit einer internen Batterie benötigen. Lieber mal ein paar mehr einpacken!

 

  • Schlagzeug:

    Als Drummer ist man doch mit der ganzen Schlepperei schon genug "bestraft", oder? "Schön wärs" sagt das Tonstudio und füllt die "to Do Liste" nochmal etwas auf: ein Schlagzeug zu stimmen ist nicht nur anspruchsvoll, nein es ist auch sehr nötig für eine perfekte Drum-Aufnahme. Ideen, Tutorials & Anleitungen dazu findet ihr wie Sand am Meer in den einschlägigen Foren/Plattformen. Die meisten Studios bieten bei dieser filigranen Aufgabe auch Hilfe an, wichtig ist nur, dass es vor dem Aufnahmetermin besprochen wurde. Ebenfalls entscheidend für den Sound sind, neben dem Tuning und der Auswahl der Felle, die Drumsticks. 5A, 2B, Nylon Tip, Carbon,... Der Markt ist auch hier riesig. Im Zweifel gilt: ihr müsst euch wohlfühlen, denn eine globale Lösung gibt es auch hier nicht. Sollte der erste Heavy-Metal Drummer mit 7A-Sticks auftauchen und der Jazz-Guru mit extra langen & extra dicken "Prügeln" seine Tracks einspielen werden wir an dieser Stelle berichten ;-) abschließend zum Thema Sticks gibt es nur noch eins zu sagen: habt genug dabei, denn der nächste Musikalienhandel ist leider nicht immer, wie in unserem Fall, eine Etage tiefer.

 

  • Bläser / Streicher:

    Die Einbindung von akustischen Instrumenten in moderne Produktionen erfreut sich seit einigen Jahren wieder großer Beliebtheit. Ein rhythmischer Bläsersatz oder ein paar weiche Streicherakkorde können jeder Produktion "das gewisse Etwas" einhauchen.

    Was gibt es hier zu beachten? - Eine vollständige Auflistung würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen, aber einige Punkte wollen wir euch gerne aufzeigen: die erste und wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Aufnahme ist der einwandfreie Zustand des Musikinstruments, sodass der Tontechniker auch die Chance hat das Signal perfekt einzufangen. Defekte Wasserklappen bei Blechblasinstrumenten, klappernde Mechanik bei der Klarinette oder Stimmwirbel, welche die Spannung an eurer Geige nicht mehr dauerhaft halten – all das sind die natürlichen Feinde der entspannten Tonstudioaufnahme.

    Wichtiges Zubehör für diese Instrumentengattung sind vor allem die Pflegemittel (Korkfett, Ventilöl, Kolophonium,...), sowie auch oft gebrauchte Helfer und Ersatzteile (Blättchen, Instrumentenständer, Feinstimmer,...).

    Der letzte Punkt entscheidet oftmals über das Gute Ergebnis: die Noten! Die Aufnahmesituation ist für viele ungewohnt genug, sodass ein übersichtliches Notenbild enorm hilft. Soll der Bläsereinwurf kurz und knackig sein? Wo gibt es ein Crescendo (lauter werden)? Passt der Ablauf der Noten, also die Pausentakte und mögliche Wiederholungen?

    Habt ihr das alles bedacht, könnt ihr eure Songs mit akustischen Instrumenten super veredeln.

 

  • Sänger / Sprecher:

    Der Sänger oder Sprecher einer Produktion ist, wie bereits in Punkt 3 angesprochen, der wichtigste Faktor für den Erfolg einer Produktion. Steht der Gesang doch meist im Vordergrund.

    Doch welches Equipment oder Zubehör ist hier entscheidend?

    Die Stimmbänder und der gesamte körperliche Prozess, um artikulierte Laute zu erzeugen, ist in diesem Fall das Instrument. Folgende Tipps und Tricks solltet ihr beherzigen:

  • schont eure Stimme vor dem Studiotermin (vor allem in der kalten Jahreszeit)

  • vermeidet besonders heiße oder kalte Getränke unmittelbar vor der Aufnahme (besonders Kaffee kann eure Stimmbänder bzw. euren Kehlkopf irritieren)

  • Trinken, Trinken, Trinken: so werden Schmatzgeräusche effektiv bekämpft und ihr habt ein besseres Gefühl bei einer langen Aufnahme-Session (Wasser ist das Stichwort, am besten ohne Kohlensäure)

  • wärmt euch richtig auf, denn erst dann klingt eure Stimme am besten (Ideen & Anregungen dafür findet ihr online oder beim Vocalcoach eures Vertrauens)

  • Ihr fühlt euch nicht wohl im Studio? Euer Kopfhörer-Sound gefällt euch nicht? Das Licht blendet? - Sprecht mit dem Studiobetreiber! Nur wenn ihr euch voll und ganz auf die Performance konzentrieren könnt, findet der perfekte Take den Weg "auf die Platte"

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5. Planung und Zeitmanagement

 

Die Planung eures Studioaufenthalts ist essentiell für alle Punkte, die wir euch oben bereits beschrieben haben. So bedarf es vor allem einer realistischen Einschätzung wieviele Titel in welcher Zeit aufgenommen werden sollen. Ebenfalls solltet ihr mit einem festen Produktionsbudget auf das Tonstudio eurer Wahl zugehen, denn nur dann wissen alle Seiten worauf sie sich einlassen und niemand wird wohl möglich im Laufe einer Produktion enttäuscht. Unsere Gedanken für eure Planung:

 

  • Was ist das Ziel eurer Aufnahme? Soll es eine Demo-CD "für euch selber" sein? Möchtet ihr euch mit den Aufnahmen bei einem Label oder bei Konzertveranstaltern bewerben? Sollen die Aufnahmen nur online veröffentlicht werden (YouTube, Spotify, iTunes,...)? Soll eine CD gepresst werden (Stichwort: GEMA)?

  • Wieviele Titel sollen recordet werden? Wieviele Titel schaffen wir in der gebuchten Zeit?

  • Möchtet ihr (Band) gemeinsam einspielen, d.h. alle zusammen in einem Raum? Soll jedes Instrument einzeln aufgenommen werden, d.h. alle nacheinander im so genannten Overdub-Verfahren?

  • Wollt ihr im Studio noch an euren Songs / eurer Performance arbeiten? Braucht ihr noch Hilfe beim Ausarbeiten vom Arrangement oder vom Text? Oder anders gesagt: Was erwartet ihr vom Toningenieur? Soll er / sie euch produzieren und musikalisch eingreifen?

  • Rechnet stets Pausen mit in eure Studiozeit ein, denn niemand kann sich über mehrere Stunden konzentrieren. Die Ohren ermüden und ihr benötigt immer mehr Takes für ein gutes Ergebnis. Richtlinie: nach einer Zeitstunde sollten 10-15 Minuten Pause gemacht werden.

  • Wer soll / muss wann im Studio anwesend sein? Oft hilft es, wenn man in einer neuen und ungewohnten Umgebung nicht alleine ist, aber zuviele Leute können das Vorankommen stören. Sprecht den Produktionsablauf vorher ab und kommuniziert den Zeitplan mit allen Beteiligten.

  • Macht Aufnahmen von euch im Proberaum! Dazu reicht oftmals das Handy, aber auch mobile Aufnahmegräte gibt es schon für ziemlich kleines Geld zu kaufen. Wofür das wichtig ist? Zum einen könnt ihr dem Tonstudio die Mitschnitte schicken, sodass die Produktion besser vorbereitet werden kann (Genre, Grundsound, Besetzung, spielerische/gesangliche Fähigkeiten, Zeiteinschätzung,...) Zum anderen habt ihr oder hast du so die Möglichkeit deine Performance vorab besser einschätzen zu können und mögliche Fehler zu eliminieren (Timing, Intonation, Zusammenspiel,...)

  • Auch wenn wir uns wiederholen: Üben, Üben und nochmal Üben! Wenn ihr gut vorbereitet, ausgeschlafen und gesund ins Studio kommt steht einer perfekten Aufnahme nichts mehr im Weg. Probt lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, denn hier gilt: Zeit ist Geld! Nutzt diese Zeit best möglich aus und freut euch über euer Ergebnis :-)

 

Wir hoffen, dass wir euch einen guten Eindruck für die Vorbereitung eines Studioaufenthalts näher bringen konnten. Unsere Liste ist natürlich nicht komplett oder für alle zu 100% anwendbar, aber im großen und ganzen macht ihr mit unseren 5 Tipps & Tricks nichts verkehrt.

 

 

Viel Spaß und Erfolg bei deiner Vorbereitung, wir drücken euch die Daumen!

 

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