Pre-Production – Definition und Notwendigkeit!

Vorproduktion – Was ist das und warum ist dieser Schritt in der Musikproduktion notwendig?

 

 

Im Internet findet man einige Definitionen zu dem Begriff „Pre-Production“ (zu Deutsch: Vorproduktion). Wir möchten an dieser Stelle die Online-Enzyklopädie Wikipedia zitieren:

 

Bei Musikproduktionen beinhaltet die Vorproduktion (engl. Pre-Production) in der Regel ein Arrangement im Entwurfstadium, das dem Auftraggeber einen ersten Eindruck geben soll und meist aus Zeit- und Kostengründen mit Software-Instrumenten und Samples auf Basis des MIDI-Standards erstellt wird. Hierbei spielen die standardisierten General-MIDI-Klänge (GM) heutzutage aufgrund ihrer minderen Qualität keine Rolle mehr. Findet der Entwurf Zustimmung, beginnt die eigentliche Produktion mit Studiomusikern (oder auch mit hochwertigen Softwaresamplern), bei Filmmusik häufig mit Orchester.“ (Seite „Vorproduktion (Musik)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.)

 

 

 

Tipps und Tricks für die perfekte Vorbereitung auf deine Studioaufnahme findest du in unserem zwei-teiligen Blogartikel:  Teil 1  /  Teil 2

Selbstverständlich muss eine Vorproduktion nicht zwingend mit virtuellen Instrumenten durchgeführt werden, sodass auch häufig „echte“ Musiker bei diesem Arbeitsschritt beteiligt sind.

 

Um den Ablauf einer Pre-Production besser zu verstehen, nutzen wir im Folgenden ein Beispiel aus der Studiopraxis.

 

 

 

Ausgangssituation:

 

Ein Singer & Songwriter möchte im Tonstudio drei Songs für eine EP aufnehmen und produzieren lassen.

 

Zu Beginn findet ein Gespräch mit dem Produzenten/Audioengineer statt, um vorab Details zu den Songs zu besprechen. Hier ist es enorm wichtig, dem Tonstudio alle, noch so kleinen Details mitzuteilen:

  • Wie viele Songs sollen aufgenommen werden?

  • Welche Instrumente werden eingesetzt?

  • Soll es Dopplungen oder Backing-Vocals geben?

  • Sollen weitere Sounds, wie z.B. Keyboards oder Synthesizer eingefügt werden?

  • Welche Rolle soll der ausführende Engineer einnehmen (musikalisch & technisch)?

  • Was ist die grundlegende Soundvorstellung für deine Produktion (unbedingt Referenztracks zur Verfügung stellen)?

 

Wenn diese Fragen geklärt sind, wird der Studiobetreiber eine grobe Marschroute vorschlagen und dir ein Angebot erstellen. Die Arbeitsweise und die damit einhergehende Philosophie des Engineers/Produzenten wird sich immer ein wenig von anderen unterscheiden. Solltest du dir mehrere Angebote einholen, achte drauf, dass die angebotenen Leistungen wirklich deckungsgleich sind. Im Zweifel gilt: lieber eine Frage mehr stellen!

 

 

 

Zurück zum Beispiel…

 

Der Musiker hat sich mit dem Tonstudio geeinigt und die Produktion kann beginnen. Es folgt die Pre-Production, welche je nach Situation mehr oder weniger umfangreich ausfallen kann.

In unserem Beispiel soll jeweils eine akustische Gitarre (mit diversen Dopplungen), ein Lead-Gesang und diverse Backing-Vocals (mit Harmonien) aufgenommen werden. Der Künstler ist es gewohnt gleichzeitig Gitarre zu spielen und dazu zu singen - eine perfekte Ausgangssituation für unsere Vorproduktion.

 

Das technisch sehr übersichtliche Setup sieht ein Gesangsmikrofon und ein direkt abgegriffenes DI-Signal der Akustik-Gitarre vor. Das Vocal-Mikrofon sollte sinnvoll positioniert werden, um zu großes Übersprechen der Gitarre zu vermeiden. Wir arbeiten hier gerne mit dynamischen Bühnenmikrofonen (z.B. Shure SM58). Die akustische Gitarre besitzt einen integrierten Tonabnehmer, so können wir das Signal direkt über eine DI-Box (z.B. Palmer PAN 01) abgreifen und weiterverarbeiten.

 

 

 

 

 Aufnahme mit Click macht Sinn!

 

Die moderne, digitale Audioproduktion bietet uns verschiedene Vorteile, wenn wir es schaffen, musikalische Ereignisse auf ein festgelegtes Timing aufzunehmen. Im weiteren Verlauf der Produktion wird uns dieser Schritt enorm helfen, denn Dopplungen (instrumental oder gesanglich) sollten möglichst gleichmäßig „aufeinander“ liegen, nur so erzielen wir den gewünschten Effekt, der als „größer“ und „breiter“ empfunden wird.

 

Um das perfekte Tempo zu finden, solltet ihr euren Song dem Engineer vorspielen. Dieser wird mit verschiedenen technischen Hilfsmitteln euer Tempo finden und dem Metronom der Aufnahmesoftware zuweisen.

 

Für die spätere Recordingsession solltet ihr euch mindestens einen Takt Vorlauf vom Click geben lassen, so können darauffolgende Aufnahmen jederzeit am gleichen Startpunkt realisiert werden.

 

 

 

 

Aufnahme läuft!

 

Nun ist es wichtig, dass du deinen eigenen Song gut kennst, denn der Ablauf (Intro-Strophe-Refrain,…) sollte deiner Wunschfassung entsprechen. Gute Hilfsmittel sind Lead-Sheets (Kombination aus Songtext und Akkorden) bzw. bei klassischen Musikern das gute, alte Notenblatt.

 

Bei der Pre-Production geht es nicht um musikalische Perfektion, sondern um das bestmögliche Gerüst für die spätere Aufnahme.

Die entscheidende Kriterien für die gelungene Vorproduktion sind gutes Timing und ein korrekter Songablauf.

 

 

 

 

 

 

Warum eine Pre-Production machen?

 

Die Antwort auf diese Frage ist vielfältig, doch kann man generell folgende Argumente nennen:

  • gute Vorbereitung auf die „richtige“ Aufnahmesituation

  • Festlegen des finalen Songablaufs und des Tempos

  • Erschaffen einer Arbeitsgrundlage für die Zusammenarbeit mit dem Audioengineer/Produzenten

  • notwendiges Gerüst, um virtuelle Instrumente den Arrangements zuzuführen

  • beteiligte Personen können Ideen und Anregungen zum Arrangement, Ablauf und Sound der Produktion geben

  • Zeit- und somit Geldersparnis durch gezielte Vorbereitung im Tonstudio

 

 

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass es Produktionen gibt, die auch sehr gut ohne eine Pre-Production auskommen. Unser Tipp ist jedoch: je größer und umfangreicher dein Projekt ist, desto wichtiger ist die Vorproduktion.

Natürlich kannst du diesen Schritt auch zuhause in deinem Homestudio oder im Proberaum durchführen, allerdings nimmt man sich dadurch den Vorteil, eine weitere, erfahrene und professionelle Meinung zu bekommen. Ein „frisches Paar Ohren“ können deine Songs nochmal ordentlich aufwerten und ihnen den letzten Schliff geben.

 

 

Du bist dir unsicher, ob eine Pre-Production für deine Produktion sinnvoll ist oder nicht? Du hast Angst vor explodierenden Studiokosten?

 

Keine Sorge! Einfach das Telefon zur Hand nehmen, beim Tonstudio deiner Wahl anrufen und alle Fragen und Unsicherheiten klären. Vertrauen sollte hier die höchste Priorität haben :-)

 

 

 

Wir wünschen dir viel Erfolg!

 

...ganz gleich ob mit oder ohne Pre-Production!

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